WEITerBLICKen – Gedanken aus der Werkstatt
Kirche im Web 2.0
In einem äußerst lesenswerten Blog-Artikel beschäftigt sich Dr. Josef Bordat mit einigen Konstruktionsmerkmalen des Web 2.0 und was sie für die die kirchliche Verkündigungsarbeit bedeuten.
Er macht drei Problemfelder aus:
- Scheinklarheit (bestärkt durch Scheinoffenheit und Scheinneutralität)
- Scheindemokratisierung (bestärkt durch Scheinfreiheit)
- Scheinempathie (bestärkt durch Scheinnähe).
"Für Trendsetter verliert Facebook an Reiz"
Mit ihrem Kurzfilm "Farewell Facebook" brachten Joep van Osch und Casper Eskes Nutzer weltweit zum Grübeln: Wie sinnvoll ist das überhaupt, was wir bei Facebook tun? Im Gespräch machen die Nachwuchsfilmer klar, dass sie nicht generell gegen Social Networks sind - nur gegen hirnlose Nutzung.
Religiöser Konsum: Apples iPad
12.07.2011: Das iPad, eine Art flach gepresster Tabernakel, enthält ein pfingstliches Versprechen, nämlich das Versprechen auf Teilhabe an weltweiter Kommunikation oder, um Theologen verständlich zu bleiben: an der Civitas Dei, der göttlichen Gemeinschaft der Internetbenutzer. Die Apple-Religion verspricht nicht einen neuen Himmel und nicht eine neue Erde; sie beruhigt lediglich die Dauerpanik des Subjekts. Sie verspricht ihm hoch und heilig, dass es im alternativlosen Chaos der unverbesserlichen Welt nicht aus dem Netz fällt oder in den Schwarzen Löchern der Kommunikation auf immer verschwindet.
Die ideale Gliederung für eine typische Kirchengemeinde-Website
17.3.2011: Bei jedem Internet-Projekt steht man am Anfang vor der selben Frage: Wie soll die Website inhaltlich aufgebaut sein? Ich habe mir dieses Problem mal am Beispiel einer Kirchengemeinde-Website vorgenommen. Und da sich Kirchengemeinden sich in der Regel keine Unterstützung durch Profis leisten können, stelle ich das Konzept hier kostenlos zur Verfügung:
Eine klare, angemessene inhaltliche Gliederung ist von zentraler Bedeutung für einen guten Internet-Auftritt. Die Navigation (auch Menü“ genannt) bildet diese Gliederung ab und soll den NutzerInnen ermöglichen, sich gut in der Website zurecht zu finden.
Eine gute Gliederung orientiert sich am Interesse und dem Blickwinkel der NutzerInnen. Sie ist angebotsorientiert“ und signalisiert ein Interesse an dem Besucher, in dem sie sich ihm zuwendet.
Eine schlechte Gliederung geht vom eigenen Selbstbild und der eigenen Organisationsstruktur aus und bildet dies 1:1 ab. Sie ist egozentrisch.
Man sollte sich vor der Planung der Seitenstruktur darüber Gedanken machen, welche Zielgruppen man ansprechen will, was die eigenen Ziele im Zusammenhang mit dem Internet-Auftritt sind und was die Zielgruppen von dem Internet-Auftritt erwarten.
Es ist anzunehmen, dass diese grundsätzlichen Überlegungen bei vielen Kirchengemeinden zu ähnlichen Ergebnissen kommen, da die Zielgruppen, Ziele und Rahmenbedingungen bei vielen Gemeinden ähnlich sind.
Facebook-Freunde steigern den Stress
Aus der Süddeutschen Zeitung vom 18.02.2011:
"Wer viele Facebook-Kontakte pflegt, fühlt sich zwar über Neuigkeiten im Freundeskreis gut unterrichtet, leidet aber auch unter erhöhtem Stress. Die Ursache liegt in der Selbstwahrnehmung. Je größer der Freundeskreis bei Facebook, desto mehr fühlen sich Nutzer als »Mini-Berühmtheiten«, deren Kontakte als Publikum fungieren. »Je größer das Publikum, desto größer der Druck, etwas über sich einzustellen«. Und obwohl es einen großen Druck gebe, Facebook regelmäßig anzusurfen, seien sich die User nicht sicher, wo genau der Nutzen liege..."
Wo liegt der Nutzen? Welche Ziele will ich mit meinem Internet-Engagement überhaupt erreichen? Habe ich genügend Zeit, mein Internet-Projekt mit Leben zu füllen, oder steigert es nur meinen Stress und raubt mir Zeit für andere Dinge, die ich eigentlich für wichtiger halte?
Egal, ob es um die private Beteiligung an Diskussionsforen, Facebook und anderen sozialen Netzen geht, oder um einen Internetauftritt, den man aufbauen oder betreuen muss – ich halte es für sehr wichtig, nicht einfach nur mitzumachen, und sich einer vermeindlichen öffentlichen Erwartungshaltung und dem sozialen Druck zu beugen, sondern das Internet bewußt als Werkzeug zu gebrauchen, das den eigenen Zielen dient. Wir helfen Ihnen gerne dabei.
"Das Internet ist für den Menschen da, nicht der Mensch für das Internet."
(frei nach Mk 2, 27)
Mein persönlicher Blick auf das Internet
"Das Internet ist für den Menschen da,
nicht der Mensch für das Internet."
(frei nach Mk 2, 27)

Das Internet ist ein junges Medium. Vieles ist noch im Werden. Facebook, Google & Co verändern unsere Gesellschaft und Kultur rasant.
Irgendwo zwischen bedenkenloser Euphorie und ängstlicher Ablehnung gilt es, die eigene Position zu finden.