WEITerBLICKen – Gedanken aus der Werkstatt
"Twitter ist für mich gestorben"
Pirat Christopher Lauer hat seine Facebook-App gelöscht und schreibt in der FAZ darüber, wie Twitter die Kommunikation zerfasert, dass er einen schlechten Wirkungsgrad für öffentliche Kommunikation sieht. Sein Fazit: "Nicht ich bestimme meinen Alltag, mein Alltag wird von Twitter zumindest mitbestimmt. Dem gegenüber steht für mich ein Mehrwert, der äußerst beschränkt ist."
Wer sichtbar ist, wird niedergemacht
SZ-Autorin Julia Schramm befürchtet, dass empathische, reflektierte und idealistische Menschen sich zunehmend aus der Internet-Öffentlichkeit zurückziehen werden, um sich dem ständigen Dröhnen grenzenloser und unumschränkter Kommunikation nicht mehr aussetzen zu müssen - zum Schaden der Gemeinschaft, die auf diese Menschen angewiesen ist.
Kirche im Web 2.0
In einem äußerst lesenswerten Blog-Artikel beschäftigt sich Dr. Josef Bordat mit einigen Konstruktionsmerkmalen des Web 2.0 und was sie für die die kirchliche Verkündigungsarbeit bedeuten.
Er macht drei Problemfelder aus:
- Scheinklarheit (bestärkt durch Scheinoffenheit und Scheinneutralität)
- Scheindemokratisierung (bestärkt durch Scheinfreiheit)
- Scheinempathie (bestärkt durch Scheinnähe).
"Für Trendsetter verliert Facebook an Reiz"
Mit ihrem Kurzfilm "Farewell Facebook" brachten Joep van Osch und Casper Eskes Nutzer weltweit zum Grübeln: Wie sinnvoll ist das überhaupt, was wir bei Facebook tun? Im Gespräch machen die Nachwuchsfilmer klar, dass sie nicht generell gegen Social Networks sind - nur gegen hirnlose Nutzung.
Religiöser Konsum: Apples iPad
12.07.2011: Das iPad, eine Art flach gepresster Tabernakel, enthält ein pfingstliches Versprechen, nämlich das Versprechen auf Teilhabe an weltweiter Kommunikation oder, um Theologen verständlich zu bleiben: an der Civitas Dei, der göttlichen Gemeinschaft der Internetbenutzer. Die Apple-Religion verspricht nicht einen neuen Himmel und nicht eine neue Erde; sie beruhigt lediglich die Dauerpanik des Subjekts. Sie verspricht ihm hoch und heilig, dass es im alternativlosen Chaos der unverbesserlichen Welt nicht aus dem Netz fällt oder in den Schwarzen Löchern der Kommunikation auf immer verschwindet.
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Mein persönlicher Blick auf das Internet
"Das Internet ist für den Menschen da,
nicht der Mensch für das Internet."
(frei nach Mk 2, 27)

Das Internet ist ein junges Medium. Vieles ist noch im Werden. Facebook, Google & Co verändern unsere Gesellschaft und Kultur rasant.
Irgendwo zwischen bedenkenloser Euphorie und ängstlicher Ablehnung gilt es, die eigene Position zu finden.